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Ratgeber · Steuern

Grundsteuer beim Immobilienverkauf

Die Grundsteuer ist beim Verkauf kein großer, aber ein oft missverstandener Posten. Wer die Aufteilung kennt, vermeidet Unklarheiten zwischen Käufer und Verkäufer.

Lesedauer: ca. 6 Minuten

Wer zahlt die Grundsteuer beim Immobilienverkauf?

Gegenüber der Gemeinde schuldet die Grundsteuer fürs ganze Jahr, wem die Immobilie am 1. Januar gehörte, meist der Verkäufer. Im Kaufvertrag erstattet der Käufer üblicherweise den anteiligen Betrag ab Übergabe. Seit der Grundsteuerreform 2025 gelten neue Bewertungsregeln, in Bayern ein Flächenmodell.

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Quelle: Grundsteuergesetz, Grundsteuerreform 2025


Wer schuldet die Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine Jahressteuer. Schuldner gegenüber der Gemeinde ist, wem die Immobilie zu Jahresbeginn, also am 1. Januar, gehört hat. Verkaufen Sie im Laufe des Jahres, bleiben Sie gegenüber der Gemeinde formal für das ganze Jahr verpflichtet. Die Gemeinde hält sich an den zum Stichtag eingetragenen Eigentümer.

Die Aufteilung im Kaufvertrag

Damit die Lasten fair verteilt sind, regelt der Kaufvertrag üblicherweise eine anteilige Erstattung: Ab dem Übergabetag trägt wirtschaftlich der Käufer die Grundsteuer und erstattet dem Verkäufer den entsprechenden Anteil. Diese interne Vereinbarung ist Standard, ändert aber nichts an der formalen Schuldnerschaft gegenüber der Gemeinde.

Was die Grundsteuerreform 2025 bedeutet

Das Bundesverfassungsgericht hatte die alten Einheitswerte für verfassungswidrig erklärt, deshalb gilt seit 2025 eine reformierte Grundsteuer. Bayern setzt ein wertunabhängiges Flächenmodell ein, das sich an Grundstücks- und Gebäudeflächen orientiert. Für Eigentümer kann sich dadurch die jährliche Belastung verändert haben, der aktuelle Bescheid gibt Auskunft.

Grundsteuer als Verkaufsunterlage

Der aktuelle Grundsteuerbescheid gehört zu den Unterlagen, die Käufer erwarten. Er zeigt die laufende Belastung, die in die Kaufkalkulation einfließt, gerade bei Kapitalanlegern. Bei Eigentumswohnungen ist die Grundsteuer meist Teil des Hausgelds und damit über die WEG-Abrechnung dokumentiert.

Auswirkung auf Preis und Verhandlung

Die Grundsteuer ist kein großer Kostenblock, aber Teil der laufenden Bewirtschaftungskosten. Eine moderate Belastung wirkt positiv, eine auffällig hohe kann ein Verhandlungspunkt sein. Transparenz schafft auch hier Vertrauen: Wer den Bescheid offen vorlegt, vermeidet spätere Rückfragen und stärkt die eigene Position.

Hinweis · Keine Steuerberatung

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierungshilfe und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Steuerliche Vorschriften ändern sich regelmäßig. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an einen Steuerberater.

07 · FAQ

Häufige Fragen zur Grundsteuer

Wer zahlt die Grundsteuer im Jahr des Verkaufs?

Gegenüber der Gemeinde schuldet derjenige die Grundsteuer für das gesamte Jahr, dem die Immobilie am 1. Januar gehört hat, also in der Regel der Verkäufer. Im Kaufvertrag wird üblicherweise vereinbart, dass der Käufer dem Verkäufer den auf die Zeit ab Übergabe entfallenden Anteil anteilig erstattet. Diese interne Aufteilung ändert aber nichts an der Schuld gegenüber der Gemeinde.

Was hat sich mit der Grundsteuerreform geändert?

Seit 2025 wird die Grundsteuer auf Basis neuer Bewertungsregeln erhoben, weil das Bundesverfassungsgericht die alten Einheitswerte für verfassungswidrig erklärt hatte. Bayern wendet ein eigenes Flächenmodell an, das sich an Grundstücks- und Gebäudeflächen orientiert, nicht am Wert. Für Verkäufer ist vor allem der aktuelle Grundsteuerbescheid als Unterlage relevant.

Beeinflusst die Grundsteuer den Verkaufspreis?

Indirekt. Die laufende Grundsteuer gehört zu den Bewirtschaftungskosten, die Käufer in ihre Kalkulation einbeziehen, besonders bei vermieteten Objekten. Eine moderate Grundsteuer ist ein kleiner Pluspunkt, eine hohe ein Verhandlungsargument. Der aktuelle Bescheid sollte deshalb zu den Verkaufsunterlagen gehören.

Welche Unterlage brauche ich zur Grundsteuer?

Halten Sie den aktuellen Grundsteuerbescheid der Gemeinde bereit. Er zeigt die jährliche Belastung und ist für Käufer und deren Finanzierung eine erwartete Unterlage. Bei Eigentumswohnungen ist die Grundsteuer meist Teil der Hausgeldabrechnung, dann genügen die WEG-Unterlagen.

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Autor

Damian Roller

Immobilienmakler · München

Damian Roller ist Immobilienmakler in München und selbst Immobilieneigentümer. Er kennt den Immobilien-Zyklus aus eigener Erfahrung: Kauf, Finanzierung, Vermietung und Verkauf. Diese Praktiker-Sicht prägt seine Arbeit mit Eigentümern, die verkaufen wollen.

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