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Ratgeber · Notverkauf

Zwangsversteigerung vermeiden

Eine drohende Zwangsversteigerung ist belastend, aber selten alternativlos. Wer rechtzeitig handelt, kann fast immer freihändig verkaufen und so Wert und Würde wahren.

Lesedauer: ca. 7 Minuten

Wie lässt sich eine Zwangsversteigerung vermeiden?

Eine Zwangsversteigerung lässt sich fast immer durch einen freihändigen Verkauf abwenden, solange der Versteigerungstermin noch nicht stattgefunden hat. Sie verkaufen selbst zum Marktpreis, lösen aus dem Erlös die Bankschulden ab und behalten einen Überschuss. Das bringt in der Regel deutlich mehr als der Zuschlag in der Versteigerung.

Quelle: Gesetz über die Zwangsversteigerung (ZVG)


Warum ist der freihändige Verkauf fast immer besser?

Bei einer Zwangsversteigerung bestimmt nicht der Markt den Preis, sondern ein begrenzter Bieterkreis, der gezielt nach günstigen Objekten sucht. Die Zuschläge liegen oft spürbar unter dem Verkehrswert. Beim freihändigen Verkauf erreichen Sie den offenen Markt mit allen ernsthaften Käufern, das stützt den Preis und damit Ihren verbleibenden Erlös.

Welche Fristen sind entscheidend?

Der Zeitpunkt ist alles. Zwischen der ersten Mahnung der Bank und dem Versteigerungstermin liegen meist mehrere Monate, in denen ein Verkauf möglich ist. Je früher Sie handeln, desto mehr Spielraum bleibt für eine ruhige, marktgerechte Vermarktung. Wer bis kurz vor den Termin wartet, gerät unter Zeitdruck und verschenkt Preis.

Wie läuft die Abstimmung mit der Bank?

Die Bank ist über die Grundschuld abgesichert und hat selbst Interesse an einem geordneten Verkauf mit sicherem Ergebnis. Üblich ist, dass der Verkaufserlös beim Notar direkt zur Ablösung der Forderung verwendet wird und die Bank im Gegenzug die Löschung der Grundschuld freigibt. Diese Schritte lassen sich mit etwas Erfahrung sauber koordinieren.

Was bleibt am Ende für mich?

Deckt der Kaufpreis die Schulden, Kosten und Zinsen, steht Ihnen der Überschuss zu. Genau hier liegt der Unterschied: Eine Versteigerung mit niedrigem Zuschlag lässt oft nichts übrig, ein Verkauf zum Marktpreis dagegen häufig einen spürbaren Betrag. Im besten Fall ordnen Sie Ihre Finanzen neu und vermeiden eine Restschuld.

Diskretion im Notverkauf

Eine finanzielle Notlage geht niemanden etwas an. Ein freihändiger Verkauf kann diskret erfolgen, ohne öffentliche Versteigerungsbekanntmachung und ohne dass Nachbarn oder Umfeld etwas erfahren. Off-Market-Vermarktung an einen ausgewählten Käuferkreis ist hier oft der richtige Weg.

Hinweis · Keine Rechtsberatung

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierungshilfe und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Rechtslage und Rechtsprechung können sich ändern. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an einen Fachanwalt.

07 · FAQ

Häufige Fragen zur Zwangsversteigerung

Wie kann ich eine Zwangsversteigerung noch abwenden?

Solange der Versteigerungstermin nicht stattgefunden hat, ist ein freihändiger Verkauf fast immer möglich und meist die bessere Wahl. Sie verkaufen selbst zum Marktpreis, lösen aus dem Erlös die Schulden bei der Bank ab und behalten einen eventuellen Überschuss. Wichtig ist, früh mit der finanzierenden Bank zu sprechen, sie hat in der Regel ebenfalls Interesse an einem geordneten Verkauf statt an einer Versteigerung mit unsicherem Ergebnis.

Bringt eine Zwangsversteigerung weniger als ein normaler Verkauf?

In der Regel ja. Bei Zwangsversteigerungen liegen die Zuschläge häufig deutlich unter dem Verkehrswert, weil der Bieterkreis kleiner und auf Schnäppchen ausgerichtet ist. Ein freihändiger Verkauf am offenen Markt erzielt fast immer einen höheren Preis und damit einen größeren verbleibenden Erlös für Sie.

Was passiert mit einem Überschuss nach Ablösung der Schulden?

Übersteigt der Verkaufserlös die Schulden inklusive Kosten und Zinsen, steht der Überschuss Ihnen als Eigentümer zu. Genau das ist ein Hauptargument für den freihändigen Verkauf: Bei einer Zwangsversteigerung mit niedrigem Zuschlag bleibt oft nichts übrig, beim Verkauf zum Marktpreis dagegen häufig schon.

Muss die Bank dem freihändigen Verkauf zustimmen?

Da die Bank über die eingetragene Grundschuld abgesichert ist, wird ihre Mitwirkung benötigt, um die Löschung gegen Zahlung freizugeben. In der Praxis ist eine Bank fast immer kooperativ, wenn ein realistischer Kaufpreis vorliegt, der ihre Forderung deckt. Ein erfahrener Makler koordiniert diesen Ablauf mit Bank und Notar.

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Drohende Zwangsversteigerung?

Je früher wir sprechen, desto mehr Spielraum bleibt. Ich begleite den freihändigen Verkauf diskret und koordiniere die Abstimmung mit Ihrer Bank.

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Autor

Damian Roller

Immobilienmakler · München

Damian Roller ist Immobilienmakler in München und selbst Immobilieneigentümer. Er kennt den Immobilien-Zyklus aus eigener Erfahrung: Kauf, Finanzierung, Vermietung und Verkauf. Diese Praktiker-Sicht prägt seine Arbeit mit Eigentümern, die verkaufen wollen.

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