Ratgeber · Preisstrategie
Verkaufspreis: Warum der Marktstart alles entscheidet
Der häufigste Fehler beim Immobilienverkauf ist ein zu hoher Startpreis. Wer zu hoch einsteigt, landet am Ende trotzdem tiefer als nötig, und verliert dabei wertvolle Zeit.
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Die erste Woche ist die wichtigste
Wenn eine Immobilie neu auf den Markt kommt, hat sie die höchste Aufmerksamkeit. Interessenten, die in Ihrer Lage suchen, sehen das Objekt sofort, weil Portale wie ImmoScout neue Angebote bevorzugt anzeigen und weil Käufer Benachrichtigungen für neue Objekte eingerichtet haben.
Diese ersten Tage bestimmen, ob das Objekt schnell und zu einem guten Preis verkauft wird, oder ob es monatelang im Markt bleibt. Wer zu hoch startet, verliert diese erste Aufmerksamkeit ungenutzt.
Was passiert bei einem zu hohen Preis?
Käufer sind informiert. Sie kennen die Marktpreise aus Monaten der Suche. Wenn ein Objekt deutlich über den Vergleichspreisen liegt, reagieren sie mit Schweigen, nicht mit Gegenangeboten. Sie klicken weiter. Das Objekt bekommt wenige Anfragen, wenige Besichtigungen, keinen Wettbewerb zwischen Interessenten.
Nach einigen Wochen ohne Angebote folgt die erste Preisreduktion. Das ist der Moment, an dem das Objekt öffentlich als schwer verkäuflich markiert ist. Interessenten, die es noch einmal ansehen, fragen sich, warum es so lange im Markt war. Die Verhandlungsposition des Verkäufers ist schwächer als beim Marktstart.
Ergebnis: Der Verkäufer, der mit überhöhtem Preis gestartet ist, erzielt am Ende oft weniger als wenn er marktgerecht gestartet wäre.
Der richtige Preis erzeugt Wettbewerb
Ein Preis, der dem Marktniveau entspricht, erzeugt das Gegenteil: Mehrere Interessenten besichtigen gleichzeitig, mehrere Angebote kommen ein. In diesem Wettbewerb können Käufer sich gegenseitig überbieten, und der Verkäufer erzielt häufig mehr als den Listenpreis.
Das klingt kontraintuitiv. Aber es funktioniert, weil Knappheit eine echte Kaufmotivation erzeugt. Wer sieht, dass andere Interesse haben, entscheidet schneller und bietet mehr.
Wie finde ich den richtigen Preis?
Auf Basis tatsächlicher Verkaufspreise, nicht auf Basis von Angebotspreisen im Internet. Was auf ImmoScout inseriert ist, zeigt, was Verkäufer fordern, nicht, was Käufer tatsächlich zahlen. Die Diskrepanz kann je nach Marktphase erheblich sein.
Die Bewertung muss mehrere Faktoren berücksichtigen:
- Straßenlage und Mikrolage, nicht nur Stadtteil, sondern Straßenzug
- Baujahr und Energiebilanz, Käufer kalkulieren Sanierungskosten ein
- Grundrissqualität und Ausstattungsstandard
- Vergleichsverkäufe in den letzten 6 bis 12 Monaten
- Aktuelle Marktdynamik, Angebot und Nachfrage zum Zeitpunkt des Marktstarts
Was ich empfehle
Lassen Sie eine fundierte Wertindikation erstellen, nicht auf Basis eines Online-Rechners, sondern auf Basis echter Vergleichsdaten aus der konkreten Lage. Schriftlich, ohne Verpflichtung. Dann entscheiden Sie, ob und wann Sie verkaufen möchten.
Der richtige Preis zum richtigen Zeitpunkt ist das wirksamste Instrument beim Immobilienverkauf. Alle anderen Maßnahmen, Fotografie, Exposé, Vermarktung, funktionieren nur, wenn der Preis stimmt.
Hinweis · Marktdaten
Genannte Marktpreise und Vermarktungszeiten sind Indikationen auf Basis lokaler Vergleichswerte und ersetzen keine objektkonkrete Bewertung. Die Daten unterliegen laufenden Marktbewegungen.
07 · FAQ
Häufige Fragen zur Preisstrategie
Wie viel Spielraum sollte ich beim Preis einkalkulieren?
In München liegt der typische Verhandlungsspielraum zwischen zwei und fünf Prozent. Wer fünfzehn Prozent über Markt einsteigt, erzeugt keinen Verhandlungsspielraum, sondern Kaufzurückhaltung. Käufer fragen nicht nach, wenn ein Objekt zu teuer wirkt. Sie klicken weiter.
Sollte ich zuerst renovieren, um einen höheren Preis zu erzielen?
In den meisten Fällen nein. Renovierungen vor dem Verkauf amortisieren sich selten vollständig. Käufer kalkulieren eigene Sanierungsvorstellungen ein und zahlen keinen Euro mehr für Kompromisse, die nicht ihrem Geschmack entsprechen. Besser: Objekt beräumen, aufbereiten, professionell fotografieren, und realistisch bepreisen.
Was ist der schlimmste Fehler beim Marktstart?
Zu hoch starten. Ein Objekt, das zu lange im Markt hängt, gilt als "verbrannt". Interessenten fragen sich, was mit dem Objekt nicht stimmt. Auch wenn Sie später den Preis senken, kommen die ursprünglichen Interessenten selten zurück, die haben sich anderweitig orientiert.
Wie finde ich den richtigen Angebotspreis?
Auf Basis tatsächlicher Verkaufspreise vergleichbarer Objekte in der konkreten Straße oder Mikrolage, nicht auf Basis von Angebotspreisen auf ImmoScout. Angebotspreise sagen, was Verkäufer wollen. Verkaufspreise sagen, was Käufer zahlen. Ich arbeite mit regionalen Transaktionsdaten aus eigenem Vermittlungsgeschäft.
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Marktbericht, Quartiere, Käuferprofil: für jeden Münchner Stadtbezirk und jede Umland-Gemeinde eine eigene Übersicht.
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Was ist Ihre Immobilie wirklich wert?
Auf Basis echter Vergleichsdaten, nicht Algorithmen. Ich melde mich persönlich bei Ihnen.