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Ratgeber · Energieausweis

Energieausweis beim Verkauf: Pflicht, Kosten und Wirkung

Der Energieausweis ist bei fast jedem Immobilienverkauf Pflicht, und er beeinflusst messbar, wie schnell und zu welchem Preis verkauft wird. Was Sie wissen müssen, bevor Sie mit dem Verkauf starten.

Lesedauer: ca. 4 Minuten


Pflicht beim Verkauf

Seit der Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2014, heute im Gebäudeenergiegesetz (GEG) geregelt, ist der Energieausweis beim Verkauf fast aller Wohn- und Gewerbeimmobilien Pflicht. Der Ausweis muss spätestens beim Besichtigungstermin vorgelegt werden, nicht erst beim Notartermin.

In Verkaufsanzeigen (Portale wie ImmoScout oder Immowelt) müssen Energieeffizienzklasse, Endenergiebedarf oder -verbrauch sowie die verwendeten Energieträger angegeben werden. Wer das weglässt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro.

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Es gibt zwei Arten, und nicht jeder Eigentümer kann frei wählen:

Verbrauchsausweis

Basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre aus Heizkosten- und Nebenkostenabrechnungen. Günstiger (50 bis 150 Euro), einfacher zu erstellen, aber vom individuellen Heizverhalten der Bewohner abhängig. Wer sehr sparsam heizt, hat eine bessere Bilanz als ein vergleichbares Objekt mit normaler Nutzung.

Darf für Gebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, für die vor dem 1. November 1977 ein Bauantrag gestellt wurde und die nicht nach Wärmeschutzverordnung 1977 saniert wurden, nicht allein der Verbrauchsausweis ausgestellt werden, dort ist der Bedarfsausweis Pflicht.

Bedarfsausweis

Berechnet den theoretischen Energiebedarf auf Basis von Bausubstanz, Dämmung, Fenster und Heizanlage. Aufwendiger und teurer (300 bis 500 Euro), aber objektiver und unabhängig vom Nutzerverhalten. Er gibt Käufern ein realistisches Bild des Sanierungsbedarfs.

Wer darf den Ausweis ausstellen?

Energieausweise dürfen nur von qualifizierten Personen ausgestellt werden: Architekten, Ingenieure, Energieberater mit Eintragung in der Bundesstelle für Energieeffizienz. Achten Sie auf eine aktuelle Berechtigung, der Ausweis ist zehn Jahre gültig.

Wirkung auf den Verkaufspreis

Die Energieeffizienzklasse hat eine direkte Wirkung auf den erzielbaren Preis. Objekte der Klassen A+ bis C erzielen in München Aufschläge gegenüber dem Marktdurchschnitt. Objekte der Klassen F, G und H erhalten spürbare Abschläge, Käufer kalkulieren Sanierungskosten ein.

Seit den gestiegenen Energiepreisen und der Diskussion um Heizungsgesetz und CO2-Kosten fragen Käufer gezielt nach. Ein schlecht gedämmtes Objekt mit Ölheizung Baujahr 1985 ist schwieriger zu verkaufen als noch vor drei Jahren.

Meine Empfehlung: Lassen Sie den Energieausweis vor dem Verkaufsstart erstellen und planen Sie die Preisstrategie auf Basis des tatsächlichen Energiewertes, nicht auf Basis einer Hoffnung.

Praktische Checkliste vor dem Verkauf

  • Prüfen: Existiert ein gültiger Energieausweis (nicht älter als 10 Jahre)?
  • Falls nein: Qualifizierten Aussteller beauftragen (ca. 2 bis 4 Wochen Vorlauf).
  • Energieeffizienzklasse und Energieträger für die Anzeige vorbereiten.
  • Bei schlechter Klasse: Preisstrategie entsprechend anpassen.
  • Ausweis beim ersten Besichtigungstermin vorlegen.

Hinweis

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierungshilfe und ersetzt keine individuelle Beratung. Für Ihre konkrete Situation wenden Sie sich an einen Fachanwalt, Steuerberater oder anderen qualifizierten Berater.

07 · FAQ

Häufige Fragen zum Energieausweis

Muss ich den Energieausweis schon in der Anzeige zeigen?

Ja. Seit 2014 gilt: Wer eine Immobilie inseriert, muss in der Anzeige mindestens die Energieeffizienzklasse, den Endenergiebedarf oder -verbrauch sowie die Energieträger angeben. Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder.

Was kostet ein Energieausweis?

Der Verbrauchsausweis kostet je nach Anbieter zwischen 50 und 150 Euro. Der Bedarfsausweis ist aufwendiger und liegt typisch zwischen 300 und 500 Euro, je nach Objektgröße und Unterlagenlage. Wer bereits vollständige Baupläne und Sanierungsnachweise vorlegen kann, zahlt tendenziell weniger.

Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?

Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre (aus Heizkostenabrechnungen). Er ist günstiger, aber abhängig vom Heizverhalten der Bewohner. Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf auf Basis von Bausubstanz, Dämmung und Heizanlage, objektiver, teurer, und für viele Gebäude Pflicht.

Welche Konsequenz hat eine schlechte Energieeffizienzklasse für den Verkauf?

Objekte mit schlechter Energiebilanz (Klasse F, G, H) erzielen am Markt Abschläge, vor allem seit den gestiegenen Energiepreisen. Käufer fragen gezielt nach und kalkulieren Sanierungskosten ein. Eine ehrliche Bewertung und Preisstrategie, die diese Abschläge realistisch einpreist, ist besser als ein überhöhter Startpreis, der den Verkauf verzögert.

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Ich begleite den gesamten Vorbereitungsprozess, von der Unterlagenbeschaffung bis zur Markteinführung.

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